Zum Inhalt springen

Festakt zum Abschluss der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe

Am 17. April 2026 von 17 bis 20 Uhr im Goetheanum und Rudolf Steiner Archiv.

Zur gemeinsamen Feier des Abschlusses der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe laden die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung und die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ein.

Nach dem Tod Rudolf Steiners 1925 war es ein Herzensanliegen Marie Steiners, das Werk ihres Gatten weiter herauszugeben. Mit dem Ziel einer Gesamtausgabe gründete sie 1943 als Alleinerbin wenige Jahre vor ihrem Tod 1948 die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung. Aufgabe der Nachlassverwaltung ist es, den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachlass Rudolf Steiners zu erhalten, zu erforschen und zu veröffentlichen.

Rund 450 Bände

Seit den 1950er-Jahren gibt die Nachlassverwaltung Bände der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe (GA) heraus, deren Verkauf im Goetheanum infolge zahlreicher Konflikte um Rudolf Steiners Erbe bis 1968 unterblieb. Seit 1961, dem 100. Geburtsjahr Rudolf Steiners, erfolgt die Herausgabe im Wesentlichen nach dem von Hella Wiesberger minutiös erstellten Editionsplan.

2016 publizierte die Nachlassverwaltung die seither verbindlichen Editionsrichtlinien (‹Archivmagazin› Nr. 5/2016). Außerdem wurde unter der Leitung von David Marc Hoffmann mit dem Projekt ‹GA 2025› ein Zehnjahresplan zum Abschluss der Gesamtausgabe entworfen, der noch rund 60 zu edierende Bände und eine digitale Edition der Notizbücher und Notizzettel vorsah. Mit Ablauf des Jahres 2025, dem 100. Todesjahr Rudolf Steiners, ist es nun gelungen, die Gesamtausgabe weitestgehend abzuschließen.

Allein zwischen 2016 und 2025 wurden 58 GA-Bände ediert, insgesamt liegen rund 450 GA-Bände vor. Dank der unermüdlichen Arbeit zahlreicher Herausgeberinnen und Herausgeber im Rudolf-Steiner-Archiv und der großzügigen Unterstützung treuer Förderinnen und Förderer war es möglich, in sieben Jahrzehnten alles bisher bekannte und verfügbare Material zu Rudolf Steiners Werk in der Gesamtausgabe zu berücksichtigen (nur teilweise gehören dazu Dokumente, die dem Wirken Rudolf Steiners zuzurechnen sind, wie Protokolle, Notizen und Erinnerungen von Zeitgenossen, Briefe an Rudolf Steiner, Programme, Plakate und Teilnahmelisten). Damit ist die Gesamtausgabe eine schier unerschöpfliche Quelle, um das Werk Rudolf Steiners in all seinen Facetten kennenzulernen und zu ergründen.

Festakt

Der Abschluss dieser gewaltigen Edition ist ein Grund zum Feiern. Deshalb lädt die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung gemeinsam mit der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft zu einem Festakt am 17. April 2026 von 17 bis 20 Uhr ins Goetheanum ein – als öffentlicher Teil der Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.

Nach einem musikalischen Auftakt und Grußworten ist ein Podium mit Walter Kugler, David Marc Hoffmann, Angelika Schmitt und Philip Kovce geplant, die sich als ehemalige und aktuelle Leitung des Rudolf-Steiner-Archivs über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Erhaltung, Erforschung und Veröffentlichung von Rudolf Steiners Gesamtwerk austauschen.

Nach dem Festakt im Großen Saal bietet der Campus die Gelegenheit, Schwerpunkte und Gesichter der Gesamtausgabe kennenzulernen. Im Finckh-Häuschen wird eine Ausstellung zu Leben und Werk Helene Finckhs eröffnet, die rund 2 000 Vorträge Rudolf Steiners und damit einen großen Teil der Textgrundlage stenografiert hat. Im Haus Duldeck kann man mit Herausgeberinnen und Herausgebern über die Editionsgeschichte ins Gespräch kommen. Und in der Bibliothek am Goetheanum informieren Mitarbeitende des Rudolf-Steiner-Verlags darüber, wie GA-Bände im Laufe der Zeit vom Umschlag bis zur Typografie zwar unterschiedliche, aber doch auch einheitliche, wiedererkennbare Gestalt angenommen haben.

Neue Arbeitsschwerpunkte

Drei Gesamtausgaben-Projekte sind, wenngleich längst begonnen, noch nicht beendet. An den letzten drei Teilbänden der Edition sämtlicher Briefe (GA 38/4–6), am Handbuch zur Gesamtausgabe (GA HB) sowie an der umfangreichen digitalen Edition sämtlicher Notizen (eGA 47/48) wird noch gearbeitet.

Mit der Vollendung der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe ändern sich die Arbeitsschwerpunkte im Rudolf-Steiner-Archiv. Neben der fortdauernden Pflege der analogen und digitalen Lese- und Studienausgabe treten vor allem die Erhaltung, Erforschung, Ausstellung und Vermittlung von Rudolf Steiners Werk in den Vordergrund. Dies zu ermöglichen, wird auch in Zukunft eine Aufgabe der anthroposophischen Bewegung bleiben.

Für die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung: Cornelius Bohlen, Angelika Schmitt, Philip Kovce;
für die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft: Stefan Hasler, Justus Wittich