Zu Kaj Skagens ‹Anarchist, Individualist, Mystiker›
Ein Beitrag von David Marc Hoffmann
Kaj Skagens Darstellung ‹Anarchist, Individualist, Mystiker› über Steiners frühe Berliner Jahre ist zwar schon vor fünf Jahren erschienen, hat aber bislang nicht die gebührende Beachtung erfahren. Skagen hat vor zehn Jahren unter dem Titel ‹Morgen ved midnatt› (Morgen um Mitternacht) eine fast 1000 Seiten umfassende Biografie des ‹jungen› Rudolf Steiner (1861–1902) vorgelegt. Weil das Werk keinen Übersetzer und Verleger für eine deutsche Ausgabe fand, hat Skagen ein hochprozentiges Konzentrat herausdestilliert mit Fokus auf die Jahrhundertwende und die ‹Wandlungs- und Kontinuitätsfrage›: War Steiner vor der Jahrhundertwende ein anarchisch-religionskritischer Freigeist und wurde erst nach 1900 zum spirituellen Seher und theosophischen Verkünder oder war er schon immer hellseherisch veranlagt oder gar ein Eingeweihter? Kurz: Ist Steiners Lebensweg eine kontinuierliche Entwicklung oder gab es Abgründe, Brüche, Verwerfungen und Widersprüche?
